Entstehung

Wie alles begann

 

Der Heart Core entstand eher zufällig im Jahre 1995: Einige zukünftige Heart Core Frauen spielten in einer Theatergruppe und wollten für ihre Regisseurin gerne ein Geburtstagslied singen. Andi bekam das mit, als sie bei einem Auftritt Ton und Beleuchtung übernahm. Sie hatte zu der Zeit bereits mehrere kleine private Singkreise und sie schlug vor, den Theaterfrauen ein 5-stimmiges Arrangement von „I’ll be there“ beizubringen. Unvergessen die berüchtigten Übungs-Kassetten, auf denen lediglich „Huus“ zu hören waren, die allen MitbewohnerInnen schwer auf die Nerven gingen. Die Aufführung mit anschließendem, spontanem, stundenlangem, mehrstimmigem Gesang gefiel dann aber so gut, dass danach alle Anwesenden öfter singen wollten. Eine der Theaterfrauen lud dann zu ihrer Geburtstagsfeier im November die Theaterfrauen, Andi und ihre Singgruppen zusammen ein. An diesem Abend sangen 2 Stunden lang ca. 20 Frauen zusammen mit Andi und es wurde beschlossen, einen Frauenchor zu gründen. Einige hatten Kontakt zum damaligen Frauenzentrum „Lila Distel“; rasch konnte organisiert werden, dass dort die Proben stattfinden sollten und so ging es 2 Wochen später schon los. Mit dabei waren von Anfang an Töchter und andere junge Frauen. Im Laufe der folgenden Wochen entstanden bereits die ersten eigenen Texte. Der erste öffentliche Auftritt erfolgte im März 1996 im DPWV zum internationalen Frauentag, es folgten weitere Auftritte und das erste Chorwochenende. Innerhalb kurzer Zeit wurden wir immer mehr und nannten uns „Mönchengladbachs größter, herzlichster, autonomster, chaotischster Frauenchor“. 1998, als die erste CD aufgenommen wurde, hatte der Heart Core bereits 20 eigene Texte produziert.
Aus dem CD-Booklet „Sternenschrott und Todesküsse“:
„Im Heart Core singen 40 Frauen, von denen die meisten sich allenfalls trauten heimlich im Auto oder unter der Dusche zu singen. Angeleitet von einer Chorleiterin, deren musikalisches Naturtalent durch keinerlei entsprechende Ausbildung getrübt wurde, entstanden im Laufe von drei Jahren Lieder und Texte, die uns immer schon gefehlt hatten. Nach einigen Auftritten mit ermutigendem Feedback scheuen wir nun nicht einmal mehr davor zurück Euch die ganze Bandbreite unserer Stimm(en)ungen an Herz und Ohr zu legen .“
Der Heart Core wuchs stetig weiter und so sangen um die Jahrtausendwende über 60 Frauen im Heart Core.

 
 

Wie es weiterging

 

Im Laufe der Jahre gab es natürlicherweise immer wieder Veränderungen…
Nach wenigen Jahren entstand ein Orga-Team, welches seitdem jährlich neu gewählt wird. Das Wort „autonomster“ verschwand aus unserer Beschreibung. Wir studierten Choreografien ein und übten Auf- und Abgänge, so stimmte auch das Wort „chaotischster“ nicht mehr. Die Töchter wurden erwachsen, zogen fort und/oder bekamen selber Kinder. Nach 10 Jahren wurden Regeln und Verbindlichkeiten eingeführt, daraufhin schrumpften wir von 60 auf 40 Frauen, die Beschreibung „größter“ passte auch nicht mehr. Schwestern oder Freundinnen kamen hinzu. Manche machten Pausen und kamen wieder. Viele Frauen blieben lange im Heart Core, andere kamen und gingen. Die meisten Gründungsfrauen singen inzwischen nicht mehr im Heart Core. Die Lila Distel gibt es auch nicht mehr.
Aktuell gibt es so ziemlich aus jedem Jahr Frauen im Heart Core. (Frauen, die seit der Gründung vor 22 Jahren dabei sind, Frauen die seit 21 Jahren dabei sind, seit 19, seit 18, oder 10, aber auch seit 1, 2, 3 oder 5 Jahren, und so weiter).
Andi fand in England 2003 im Natural Voice Network ihre musikalische Heimat und lernte seitdem auf ihre Art immer mehr dazu.
Vieles ist auch geblieben, vor allem der Riesen-Spaß am mehrstimmigen Singen, die feministischen Inhalte und das Generationsübergreifende.